• BEHIND THE BEAT Producer Podcast Podcast

    BEHIND THE BEAT Producer PodcastEpisode #65 mit Katie Tavini – Gutes Mastering braucht große Gefühle

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    Katie Tavini hat an Produktionen mitgearbeitet, die akkumuliert eine Milliarde Mal gestreamt wurden. Ihr Arbeitsalltag aber findet weitab von Stadien, Papparazzi und roten Teppichen statt. Bei ihr dreht sich alles um ein nur scheinbar bescheideneres Ziel: Mit ihrem Beitrag die Musik ein bisschen besser zu machen.

    Tavini ist, wie die meisten in ihrer Spezialisierung über Umwege zum Mastering gekommen. Nach einer frühen Geigenerziehung und einem klassisch orientiertem Studium trat die Band Sonic Boom Six mit dem Wunsch an sie heran, ihre Aufnahmen zu optimieren. Es war der erste von vielen Jobs durch den sie einen intuitiven Zugang zu einer Disziplin entwickelte, die sie gleichermaßen als Handwerk und Kunstform betrachtet.

    Mastering hat zunächst einmal eine technische Komponente. In ihrem intim-kleinen Studio, das von einem hochwertigen PMC-Lautsprecherpaar und einem System mit, unter anderem, einem Kompressor von Iron Mastering, einem Bettermaker Limiter, dem Neve Designs MBT und Lynx Hilo, hat sich Katie das Equipment zu- und zurechtgelegt, mit dem sie tief in den Klang eintauchen und ihn geradezu plastisch formen kann. Steinberg Wavelab dient als umfassende Bearbeitungsbasis und um die verschiedenen Komponenten ihrer Kette zusammenzuführen.

    Gleichzeitig können Hardware und Apps nicht ersetzen, worauf es wirklich ankommt: Empathie für die in der Musik verhandelten Gefühle, kritisches Hören sowie die Fähigkeit, die Elemente eines Songs zu bestimmen, auf die es ankommt. So wird die Arbeit an einem Musikstück zu einer unsichtbaren Kollaboration – manchmal liest sie sich bei der Arbeit tief in die Biographie, Artikel und Interviews ein, um die Gedanken und Geschichten hinter den Sounds besser zu verstehen.

    Es ist dieses tiefe Eintauchen, für das ihre KundInnen sie schätzen – und die erklären, warum ihr scheinbar bescheidener Beitrag über einer Milliarde HörerInnen ganz große Gefühle beschert hat.

    BEHIND THE BEAT Producer PodcastEpisode #64 mit AOIFE, Thomas Braun und Julien Fernandez

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    Diese Folge widmet sich dem Thema PR aus der Sicht von drei Experten mit persönlichen Perspektiven.

    Spätestens seit der Kontroverse um die Band Geese, ihren atemberaubenden Aufstieg und die umstrittene Social-Media-Agentur Chaotic Good scheint fest zu stehen: Die Musikindustrie ist ein schmutziges Geschäft. Die Rolle von PR in diesem System ist so zentral, dass man meinen könnte, weder Musik noch eine gute Geschichte entscheiden über Erfolg oder Misserfolg – sondern ausschließlich die Wahl der aggressivsten Agentur.

    Wenn man eine Kampagne vom Blickwinkel kurzfristiger Ergebnisse her betrachtet, ist das vermutlich sogar korrekt. Doch kann man sich darüber streiten, ob die von Chaotic Good praktizierten Methoden streng genommen als PR durchgehen: Für das Betreiben eines Netzwerks, dessen einziges Ziel die Produktion von Aufmerksamkeit und “Engagement” ist, fehlen noch die richtigen Begrifflichkeiten. “Legale Manipulation” trifft es noch am ehesten.

    Um zu sehen, wie PR-Manager über ihren Beruf denken und wie sie die Zukunft der Branche sehen, habe ich mit drei von ihnen gesprochen. Alle haben aufgrund ihres Backgrounds eine sehr persönliche Perspektive

    Thomas Braun hat die Geburtsstunde der deutschen Club-Szene hautnah miterlebt, war Teil von Label-Projekten und Vertrieben. Inzwischen hat er sich von House eher in Richtung Jazz umorientiert, unter anderem deshalb, weil die Medienlandschaft in der Elektronik fast komplett verschwunden ist. Aoife Lavery arbeitet für die namhafte britische Agentur Neighbourhood, ist aber selbst auch als DJ unterwegs und hat gerade mit “Attrition” ihre erste EP mit spannend-düsterem Techno vorgelegt. Julien Fernandez wiederum leitet aus New York die Agentur Five Roses Press, mit der er sich stilistisch sehr offen aufstellt und direkte, persönliche Beziehungen mit seinen Künstlern pflegt.

    Aus diesen Gesprächen wird deutlich: Ja, klassisches PR durchläuft eine schwierige Phase. Doch lohnt sie sich noch immer – auch ohne das Budget eines Majors hinter sich zu haben.

    BEHIND THE BEAT Producer PodcastEpisode #63 mit Steven Wilson – Kann man Surround Superstar sein?

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    Diese Folge widmet sich Steven Wilson, der als Songwriter, Gitarist, Produzent und Engineer den Klang immer gleich mitdenkt – und zu einer Art Dolby Surround Superstar aufgestiegen ist.

    Multiple Persönlichkeiten werden üblicherweise als Störung angesehen. In der Musik hingegen gelten sie als Auszeichnung. Schon in Porcupine Tree sah Steven Wilson sich bereits als Gruppe, ehe daraus eine richtige Band wurde. Und während bereits die stilistischen Pirouetten von PT für drei bis vier durchschnittliche Karrieren gereicht hätten, tobte er sich zusätzlich in einer Vielzahl von Nebenschauplätzen aus: I.E.M., Blackfield, No-Man, Continuum, Storm Corrosion. So ist ein wild wuchernder Diskographie-Wald entstanden, der Komplettisten Albträume beschert.

    Hinter dem Elektizismus und der Rastlosigkeit steht ein hungriger Hörer. Jahrelang waren Wilsons öffentlich geteilte Playlists eine Anlaufstelle für unkonventionelle Empfehlungen, in denen vermeintlich Kommerzielles neben Kunst stand, Kurioses neben Klassikern. In dem mit seinem langjährigen Kreativpartner Tim Bowness geführten Podcast „The Album Years” diskutieren sich die Freunde, fein säuberlich nach Jahrzehnt geordnet, durch die großen und möglicherweise überbewerteten Alben der Musikgeschichte – ein Konzept, mit dem sie inzwischen sogar vor Publikum auftreten.

    In den letzten Jahren hat sich Steven Wilson mit Remastering und Surround-Sound-Mixen ein weiteres Standbein aufgebaut und ist damit, in sofern das überhaupt möglich ist, in diesem Bereich zu einer Art Superstar aufgestiegen, dem einige der größten Bands, vor allem aus dem Progressive Rock und 80er-Jahre Synthie Pop, ihr Vertrauen schenken.

    Das Thema Klang ist somit für ihn präsenter denn je, weswegen wir das neuste Album seines Ambient-Elektronik-Projekts Bass Communion, „The Itself Of Itself,” als Aufhänger für ein Gespräch nahmen, in dem sich alles um Technologie, Klang und Experimente dreht. Das mag wie ein sehr fokussierter Aufhänger klingen. Doch steht gleichzeitig bereits das neue Solo-Album unter seinem bürgerlichen Namen in den Startlöchern – immer, wenn man meint, man habe seine musikalische Persönlichkeit genauer gefasst, ist sie einem bereits wieder entglitten.

    Episode #62 mit Mads Kinnerup

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    Diese Folge widmet sich Mads Kinnerup, der unsere Art Musik zu machen umdenken und die Potentiale von KI allen Kreativen zur Verfügung stellen möchte.

    Für Mads Kinnerup ist Musikmachen stets ein Experiment, ein Portal in die Zukunft. So verbrachte er stundenlange Sessions in den Stockholmer Elektron Studios mit klassischen Buchla-Systemen um seine persönliche Vision eines neuen Kreativansatzes zu realisieren. Auf diesem Ansatz beruhen seine Synthesizer-Alben „Interpolation” und „Invented Mythology”, die mit reduzierten Mitteln epische Klangwelten aufstoßen. Das nächste Werk wird sich mit dem Thema KI auseinandersetzen – und damit politisch werden.

    Dass die Arbeit an dieser Veröffentlichung ganz unmittelbar mit seiner Anstellung als Assistenz-Professor am Kopenhagener Rhyhmic Music Conservatory verzahnt ist, beweist, dass Forschung und Kreativität bei Kinnerup nicht voneinander getrennt werden können. Am RMC entwickelt der dänische Produzent eine Software namens „Rave”, welche die selben Konzepte, die er in Stockholm mühsam händisch an Modularsystemen umsetzen musste, auf eine intuitive Weise erfahr- und spielbar machen soll.

    Das Ziel dahinter: Musik nicht mehr in einzelnen Spuren zu denken, sondern in Klangblöcken, die in ihrer Gesamtheit transformiert werden. Die Bedienung von Rave soll einfach und minimalistisch ausfallen, das Interface so direkt wie ein traditionelles Keyboard bedienbar sein. Doch verbergen sich dahinter Prozesse, deren Komplexität sonst nur von „intelligenten” Modellen beherrschbar wären und die sogar nach vielen Durchführungen eine gewisse Unvorhersehbarkeit behalten.

    Während Kinnerup die Potentiale von KI nicht leugnen mag, ahnt er eine dunkle Zukunft voraus, in der große Konzerne einen unaufholbaren technischen Vorsprung erreichen. Um den Anschluss nicht zu verlieren, müssen sich Musiker auf das besinnen, was sie noch immer besser können als die Maschinen: Einen direkten Kontakt zum Publikum aufbauen, sich in einem inspirierten Moment so unmittelbar wie möglich ausdrücken – und Experimente in erfahrbare Emotionen umzuwandeln.

    Episode #61 mit Mathieu Jaton vom Montreux Jazz Festival

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    Diese Folge widmet sich Mathieu Jaton vom Montreux Jazz Festival, der die ebenso harte wie aufregende Realität des modernen Festivalbetriebs aufdeckt.

    Nomen est Omen? In diesem Fall keineswegs! Schon nach den ersten Ausgaben wollte Gründer Claude Nobs den “Jazz” aus dem Titel seines Festivals streichen. Doch hatten sich alle zu sehr an den elegant von der Zunge gehenden Namen gewöhnt. Und so musste Nobs immer wieder erklären, dass Jazz für ihn ein Anspruch auf Vielfalt und Dynamik sei – keine starre Stilrichtung, deren ständige Weiterentwicklung Puristen am liebsten in den 60ern beendet hätten.

    Nobs war ein genialer Kommunikator, der die Auftritte auf der Bühne als MC selbst ankündigte, unzählige Ikonen mit dem Versprechen der Unsterblichkeit nach Montreux lockte und zum selbstgekochten Abendessen bei ihm zu Hause einlud. So wurde ein Event, das aufgrund der zwar idyllischen, aber logistisch ungünstigen Seelage des Austragungsortes, von Anfang an auf eine verhältnismäßig kleine Besucherzahl beschränkt war, zum vielleicht größten kleinen Festival der Welt. Die Marke indes wurde über hunderte Live-Alben im Katalog der besten Musiker des 20. Jahrhunderts global verankert und verbreitet – Viralität im embryonalen Stadium.

    Freilich kann sich kein Festival auf den Lorberen der Geschichte ausruhen und auch Montreux hat sich, vorbereitet durch Nobs bereits zu Lebenszeiten und dann beschleunigt und mit größerer Intensität nach seinem Tod 2013, immer wieder neu erfinden müssen. Dazu gehört eine breitere musikalische Palette, die inzwischen auch viel Elektronik einschließt, und eine smarte Social-Media-Strategie, die dafür sorgt, dass inzwischen nahezu 365 Tage im Jahr Montreux gefeiert wird. In den USA und China finden zudem Ableger statt, die den ursprünglichen Pioniergeist wieder aufleben lassen und in regem Austausch mit dem Original stehen.

    In unserem Interview mit dem MJF-Leiter Mathieu Jaton wird deutlich, dass sogar renommierte Festivals Alleinstellungsmerkmale brauchen sowie innovative Ideen, mit KünstlerInnnen zu kollaborieren. Der Name allein reicht nicht – das allerdings war gerade in Montreux schon immer klar.

#01 Vom Keller-Kind zum Liveact: Frank von Welt

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Frank begann 2007 als „Keller-Kinder“ zusammen mit seinem Freund Jassin Dahmani in berühmten frankonischen Clubs wie dem Rakete- oder Zoom-Club in Nürnberg die ersten Liveacts zu spielen. Er veröffentlichte seinen ersten Track auf Beatwax Records und nahm an den jährlichen Sampler-CDs der Soundbar Mitte teil. Heute ist er im als Liveact im House Bereich in Nürnberg bekannt. In unserem Podcast sprechen wir über seinen gefühlvollen Melodic House-Sound und wie er entsteht.

Episode #54 mit Tim Cosm (Orchid)

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Im Behind the Beat-Podcast bittet Tobias Fischer Kreative zum Tiefen-Gespräch. Diese Folge widmet sich Tim Cosm, der zusammen mit Tame Impala den Orchid entwickelt hat – einen unglaublich formschönen Akkordsynth für komplexere, schönere und überraschendere Harmonien.

Das Angebot für eine Kollaboration von Kevin Parker kam für Tim Cosm völlig unerwartet. Cosm hatte sich jahrelang vornehmlich mit seinem technologischen Know-How einen Namen gemacht. Parker jedoch schrieb ihn auf Instagram an, um gemeinsam einen innovativen Harmoniegenerator zu entwickeln. Jahre später ist aus der Partnerschaft der beiden mit Telepathic Instruments nun ein kleines Unternehmen hervorgegangen, dessen erstes Produkt die physische Realisierung von Parkers Traum ist.

Hinter dem unbestreitbar hocheleganten Design des “Orchid” verbirgt sich eine Kompositionshilfe, mit der sich schnell und denkbar einfach Abfolgen komplexer Akkorde ausprobieren und einspielen lassen. Sogar theoretisch Unbedarfte zaubern damit in kürzester Zeit Musik, die so manchem Jazzmusiker Töne der Verzückung entlock dürfte. Dank der intuitiven Bedienbarkeit und eines genialen Marketingvideos waren die ersten Orchids in kürzester Zeit vergriffen. Jetzt endlich ist das Gerät weltweit verfügbar.

Ganz offensichtlich hatten Parker und Cosm bei der Entwicklung ihres Geisteskindes einen hervorragenden Riecher. Der Orchid lädt zum kreativen Spielen ein und kann dank seiner wirklich exzellenten Presets sogar in einem Band- oder Live-Kontext zum Einsatz kommen. Das passt, denn wie Cosm in unserem Gespräch erklärt, stammen alle Sounds und Konzepte direkt aus dem Fundus und der Praxis von Tame Impala und wurden eigenhändisch programmiert.

Wirklich smart ist vor allem, dass der Orchid Akkorde dynamisch versteht – als Sequencer-Arpeggios und Gitarrengeschrammel – und damit die Inspirationspalette bedeutend erweitert.

Das ist wichtig, denn es sind die richtigen Harmonien, die uns in unserem Unterbewusstsein treffen – dort, wo wir es am wenigsten erwarten.

Episode #55 mit Serdal Aygün (SAE)

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Diese Folge widmet sich Serdal Aygün, der an der SAE München die Kurse für “Music Business” sowie “Electronic & Hip Hop Production” leitet – und dabei Theorie und Praxis immer wieder neu miteinander verbindet.

Als Tom Misner in Sydney die erste School of Audio Engineering eröffnete, hätte er sich wohl nie erträumt, dass seine Idee schon bald weltweit Fuß fassen würde. Heute gibt es 50 Standorte in 23 Ländern und ist das von ihm angestoßene Konzept oftmals imitiert worden. Misner hat auch nach dem Verkauf der SAE eine spannende persönliche Biographie aufzuweisen – doch wird sein Name wohl für immer mit seiner ersten Idee verbunden bleiben.

Heute erstreckt sich das SAE-Angebot von Johannesburg bis Vancouver, von Bogotá bis Jakarta und deckt damit alle Kontinente ab. Es ist ein Netzwerk, von dem Studierende und Alumni bis heute profitieren und über das sie ihr Leben lang in Kontakt bleiben können. Mit Deutschland aber hat die Schule ein besonders enges Verhältnis. 1986 war München der erste nichtenglischsprachige Standort der SAE und inzwischen gibt es Schulen in Berlin, Bochum, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart – es ist das größte nationale Angebot überhaupt.

Auch Serdal Aygüns SAE-Werdegang begann in München, wo er heute “Head Instructor für Music Business & Electronic & Hip Hop Music Production” ist und Kurse wie “Hip Hop & RnB Producer” oder “Sound Selling” anbietet, die von der technischen Studioarbeit bis hin zu kreativen Selbstvermarktungsstragien die komplette Bandbreite des Musikgeschäfts abdecken. Doch ist sein Werdegang so international und bunt wie das des Instituts, reicht von einem Praktikum beim Rap-Label Slip & Slide über Produzenten-Jobs bis hin zu seinem neuen, eigenen Projekt MondTag.

Diese Vielfalt will auch die SAE seinen Studenten anbieten und sie dazu ermächtigen ihren eigenen Sound zu finden und umzusetzen – in einem Umfeld, in dem man Zugriff auf die angesagteste Technologie und Kontakt zu gleichermaßen leidenschaftlichen Kreativen hat. Man stellt sich eine Uni oft noch immer als ein Gebäude mit Hörsälen und Vorlesungen vor, denkt an Semester gefüllt mit trockener Theorie und pausenlosem Pauken. Nichts könnte der Wahrheit hier ferner sein.