• BEHIND THE BEAT Producer Podcast Podcast

    BEHIND THE BEAT Producer PodcastEpisode #65 mit Katie Tavini – Gutes Mastering braucht große Gefühle

    0:00 / 0:00 156,3 MB

    Katie Tavini hat an Produktionen mitgearbeitet, die akkumuliert eine Milliarde Mal gestreamt wurden. Ihr Arbeitsalltag aber findet weitab von Stadien, Papparazzi und roten Teppichen statt. Bei ihr dreht sich alles um ein nur scheinbar bescheideneres Ziel: Mit ihrem Beitrag die Musik ein bisschen besser zu machen.

    Tavini ist, wie die meisten in ihrer Spezialisierung über Umwege zum Mastering gekommen. Nach einer frühen Geigenerziehung und einem klassisch orientiertem Studium trat die Band Sonic Boom Six mit dem Wunsch an sie heran, ihre Aufnahmen zu optimieren. Es war der erste von vielen Jobs durch den sie einen intuitiven Zugang zu einer Disziplin entwickelte, die sie gleichermaßen als Handwerk und Kunstform betrachtet.

    Mastering hat zunächst einmal eine technische Komponente. In ihrem intim-kleinen Studio, das von einem hochwertigen PMC-Lautsprecherpaar und einem System mit, unter anderem, einem Kompressor von Iron Mastering, einem Bettermaker Limiter, dem Neve Designs MBT und Lynx Hilo, hat sich Katie das Equipment zu- und zurechtgelegt, mit dem sie tief in den Klang eintauchen und ihn geradezu plastisch formen kann. Steinberg Wavelab dient als umfassende Bearbeitungsbasis und um die verschiedenen Komponenten ihrer Kette zusammenzuführen.

    Gleichzeitig können Hardware und Apps nicht ersetzen, worauf es wirklich ankommt: Empathie für die in der Musik verhandelten Gefühle, kritisches Hören sowie die Fähigkeit, die Elemente eines Songs zu bestimmen, auf die es ankommt. So wird die Arbeit an einem Musikstück zu einer unsichtbaren Kollaboration – manchmal liest sie sich bei der Arbeit tief in die Biographie, Artikel und Interviews ein, um die Gedanken und Geschichten hinter den Sounds besser zu verstehen.

    Es ist dieses tiefe Eintauchen, für das ihre KundInnen sie schätzen – und die erklären, warum ihr scheinbar bescheidener Beitrag über einer Milliarde HörerInnen ganz große Gefühle beschert hat.

    BEHIND THE BEAT Producer PodcastEpisode #64 mit AOIFE, Thomas Braun und Julien Fernandez

    0:00 / 0:00 157,8 MB

    Diese Folge widmet sich dem Thema PR aus der Sicht von drei Experten mit persönlichen Perspektiven.

    Spätestens seit der Kontroverse um die Band Geese, ihren atemberaubenden Aufstieg und die umstrittene Social-Media-Agentur Chaotic Good scheint fest zu stehen: Die Musikindustrie ist ein schmutziges Geschäft. Die Rolle von PR in diesem System ist so zentral, dass man meinen könnte, weder Musik noch eine gute Geschichte entscheiden über Erfolg oder Misserfolg – sondern ausschließlich die Wahl der aggressivsten Agentur.

    Wenn man eine Kampagne vom Blickwinkel kurzfristiger Ergebnisse her betrachtet, ist das vermutlich sogar korrekt. Doch kann man sich darüber streiten, ob die von Chaotic Good praktizierten Methoden streng genommen als PR durchgehen: Für das Betreiben eines Netzwerks, dessen einziges Ziel die Produktion von Aufmerksamkeit und “Engagement” ist, fehlen noch die richtigen Begrifflichkeiten. “Legale Manipulation” trifft es noch am ehesten.

    Um zu sehen, wie PR-Manager über ihren Beruf denken und wie sie die Zukunft der Branche sehen, habe ich mit drei von ihnen gesprochen. Alle haben aufgrund ihres Backgrounds eine sehr persönliche Perspektive

    Thomas Braun hat die Geburtsstunde der deutschen Club-Szene hautnah miterlebt, war Teil von Label-Projekten und Vertrieben. Inzwischen hat er sich von House eher in Richtung Jazz umorientiert, unter anderem deshalb, weil die Medienlandschaft in der Elektronik fast komplett verschwunden ist. Aoife Lavery arbeitet für die namhafte britische Agentur Neighbourhood, ist aber selbst auch als DJ unterwegs und hat gerade mit “Attrition” ihre erste EP mit spannend-düsterem Techno vorgelegt. Julien Fernandez wiederum leitet aus New York die Agentur Five Roses Press, mit der er sich stilistisch sehr offen aufstellt und direkte, persönliche Beziehungen mit seinen Künstlern pflegt.

    Aus diesen Gesprächen wird deutlich: Ja, klassisches PR durchläuft eine schwierige Phase. Doch lohnt sie sich noch immer – auch ohne das Budget eines Majors hinter sich zu haben.

    BEHIND THE BEAT Producer PodcastEpisode #63 mit Steven Wilson – Kann man Surround Superstar sein?

    0:00 / 0:00 107,6 MB

    Diese Folge widmet sich Steven Wilson, der als Songwriter, Gitarist, Produzent und Engineer den Klang immer gleich mitdenkt – und zu einer Art Dolby Surround Superstar aufgestiegen ist.

    Multiple Persönlichkeiten werden üblicherweise als Störung angesehen. In der Musik hingegen gelten sie als Auszeichnung. Schon in Porcupine Tree sah Steven Wilson sich bereits als Gruppe, ehe daraus eine richtige Band wurde. Und während bereits die stilistischen Pirouetten von PT für drei bis vier durchschnittliche Karrieren gereicht hätten, tobte er sich zusätzlich in einer Vielzahl von Nebenschauplätzen aus: I.E.M., Blackfield, No-Man, Continuum, Storm Corrosion. So ist ein wild wuchernder Diskographie-Wald entstanden, der Komplettisten Albträume beschert.

    Hinter dem Elektizismus und der Rastlosigkeit steht ein hungriger Hörer. Jahrelang waren Wilsons öffentlich geteilte Playlists eine Anlaufstelle für unkonventionelle Empfehlungen, in denen vermeintlich Kommerzielles neben Kunst stand, Kurioses neben Klassikern. In dem mit seinem langjährigen Kreativpartner Tim Bowness geführten Podcast „The Album Years” diskutieren sich die Freunde, fein säuberlich nach Jahrzehnt geordnet, durch die großen und möglicherweise überbewerteten Alben der Musikgeschichte – ein Konzept, mit dem sie inzwischen sogar vor Publikum auftreten.

    In den letzten Jahren hat sich Steven Wilson mit Remastering und Surround-Sound-Mixen ein weiteres Standbein aufgebaut und ist damit, in sofern das überhaupt möglich ist, in diesem Bereich zu einer Art Superstar aufgestiegen, dem einige der größten Bands, vor allem aus dem Progressive Rock und 80er-Jahre Synthie Pop, ihr Vertrauen schenken.

    Das Thema Klang ist somit für ihn präsenter denn je, weswegen wir das neuste Album seines Ambient-Elektronik-Projekts Bass Communion, „The Itself Of Itself,” als Aufhänger für ein Gespräch nahmen, in dem sich alles um Technologie, Klang und Experimente dreht. Das mag wie ein sehr fokussierter Aufhänger klingen. Doch steht gleichzeitig bereits das neue Solo-Album unter seinem bürgerlichen Namen in den Startlöchern – immer, wenn man meint, man habe seine musikalische Persönlichkeit genauer gefasst, ist sie einem bereits wieder entglitten.

    Episode #62 mit Mads Kinnerup

    0:00 / 0:00 112,3 MB

    Diese Folge widmet sich Mads Kinnerup, der unsere Art Musik zu machen umdenken und die Potentiale von KI allen Kreativen zur Verfügung stellen möchte.

    Für Mads Kinnerup ist Musikmachen stets ein Experiment, ein Portal in die Zukunft. So verbrachte er stundenlange Sessions in den Stockholmer Elektron Studios mit klassischen Buchla-Systemen um seine persönliche Vision eines neuen Kreativansatzes zu realisieren. Auf diesem Ansatz beruhen seine Synthesizer-Alben „Interpolation” und „Invented Mythology”, die mit reduzierten Mitteln epische Klangwelten aufstoßen. Das nächste Werk wird sich mit dem Thema KI auseinandersetzen – und damit politisch werden.

    Dass die Arbeit an dieser Veröffentlichung ganz unmittelbar mit seiner Anstellung als Assistenz-Professor am Kopenhagener Rhyhmic Music Conservatory verzahnt ist, beweist, dass Forschung und Kreativität bei Kinnerup nicht voneinander getrennt werden können. Am RMC entwickelt der dänische Produzent eine Software namens „Rave”, welche die selben Konzepte, die er in Stockholm mühsam händisch an Modularsystemen umsetzen musste, auf eine intuitive Weise erfahr- und spielbar machen soll.

    Das Ziel dahinter: Musik nicht mehr in einzelnen Spuren zu denken, sondern in Klangblöcken, die in ihrer Gesamtheit transformiert werden. Die Bedienung von Rave soll einfach und minimalistisch ausfallen, das Interface so direkt wie ein traditionelles Keyboard bedienbar sein. Doch verbergen sich dahinter Prozesse, deren Komplexität sonst nur von „intelligenten” Modellen beherrschbar wären und die sogar nach vielen Durchführungen eine gewisse Unvorhersehbarkeit behalten.

    Während Kinnerup die Potentiale von KI nicht leugnen mag, ahnt er eine dunkle Zukunft voraus, in der große Konzerne einen unaufholbaren technischen Vorsprung erreichen. Um den Anschluss nicht zu verlieren, müssen sich Musiker auf das besinnen, was sie noch immer besser können als die Maschinen: Einen direkten Kontakt zum Publikum aufbauen, sich in einem inspirierten Moment so unmittelbar wie möglich ausdrücken – und Experimente in erfahrbare Emotionen umzuwandeln.

    Episode #61 mit Mathieu Jaton vom Montreux Jazz Festival

    0:00 / 0:00 102,5 MB

    Diese Folge widmet sich Mathieu Jaton vom Montreux Jazz Festival, der die ebenso harte wie aufregende Realität des modernen Festivalbetriebs aufdeckt.

    Nomen est Omen? In diesem Fall keineswegs! Schon nach den ersten Ausgaben wollte Gründer Claude Nobs den “Jazz” aus dem Titel seines Festivals streichen. Doch hatten sich alle zu sehr an den elegant von der Zunge gehenden Namen gewöhnt. Und so musste Nobs immer wieder erklären, dass Jazz für ihn ein Anspruch auf Vielfalt und Dynamik sei – keine starre Stilrichtung, deren ständige Weiterentwicklung Puristen am liebsten in den 60ern beendet hätten.

    Nobs war ein genialer Kommunikator, der die Auftritte auf der Bühne als MC selbst ankündigte, unzählige Ikonen mit dem Versprechen der Unsterblichkeit nach Montreux lockte und zum selbstgekochten Abendessen bei ihm zu Hause einlud. So wurde ein Event, das aufgrund der zwar idyllischen, aber logistisch ungünstigen Seelage des Austragungsortes, von Anfang an auf eine verhältnismäßig kleine Besucherzahl beschränkt war, zum vielleicht größten kleinen Festival der Welt. Die Marke indes wurde über hunderte Live-Alben im Katalog der besten Musiker des 20. Jahrhunderts global verankert und verbreitet – Viralität im embryonalen Stadium.

    Freilich kann sich kein Festival auf den Lorberen der Geschichte ausruhen und auch Montreux hat sich, vorbereitet durch Nobs bereits zu Lebenszeiten und dann beschleunigt und mit größerer Intensität nach seinem Tod 2013, immer wieder neu erfinden müssen. Dazu gehört eine breitere musikalische Palette, die inzwischen auch viel Elektronik einschließt, und eine smarte Social-Media-Strategie, die dafür sorgt, dass inzwischen nahezu 365 Tage im Jahr Montreux gefeiert wird. In den USA und China finden zudem Ableger statt, die den ursprünglichen Pioniergeist wieder aufleben lassen und in regem Austausch mit dem Original stehen.

    In unserem Interview mit dem MJF-Leiter Mathieu Jaton wird deutlich, dass sogar renommierte Festivals Alleinstellungsmerkmale brauchen sowie innovative Ideen, mit KünstlerInnnen zu kollaborieren. Der Name allein reicht nicht – das allerdings war gerade in Montreux schon immer klar.

#23 mit Andreas Schneider: Spaß am Frickeln

0:00 / 0:00 126,5 MB

Im BEAT Producer Podcast bittet Tobias Fischer spannende Gäste zum Tiefen-Gespräch. Diese Folge dreht sich um Modular-Papst Andreas Schneider und der von ihm gegründete Superbooth. Seit der ersten Ausgabe ist die Synthie-Fachmesse stetig gewachsen und gilt heute als das wichtigste Event seiner Art überhaupt. Auch Superbooth23 verspricht wieder schmackhaft zu werden. So trafen wir uns für ein Gespräch über den Spaß des Frickelns, die meditativen Qualitäten des Musikmachens und spannende Modular-News.

Als Andreas Schneider sein „Büro“ eröffnete, waren Modularsynthies das möglicherweise nischigste Produkt der Elektronik. Gemeinhin galten sie als abstrakte und komplizierte Spielzeuge für Musiker, die lieber mit dem Lötkolben als einem Keyboard hantierten. Genau das war es, was Schneider magisch anzog. Frustriert von Erfahrungen als Manager und Marketing-Experte und dem Eogoismis der Musikindustrie fand er endlich das, was ihm so lange gefehlt hatte: Die Liebe am Experiment, am Ausprobieren, am Spielen.

Aus der Leidenschaft wurde schon bald ein Laden. Hier, und das macht das Konzept aus, konnte man die faszinierenden und doch angeblich längst von der Zeit eingeholten Geräte und Gerätchen ansehen, anfassen und antesten. Letzten Endes also schlicht das, was im konventionellen Einzelhandel für „modernes“ Equipment schon lange selbstverständlich war. Mit dem Unterschied, dass es bei Schneider einfach viel mehr Spaß machte. Und so wird der Zwischenstopp am Kottbusser Tor für so Manchen zum Pflichtprogramm beim Berlinbesuch.

Der Superbooth (auf den Maskulin legt Schneider viel Wert) wird schon bald zur natürlichen Ergänzung zum Verkauf. Hier treffen sich Hersteller und Kunden, diejenigen welche die Klangkisten bauen und diejenigen, die mit ihnen Musik produzieren. Der Austausch und das Handanlegen ist für das Konzept essentiell. Denn letzten Endes geht es hier nicht ums „Produzieren“ oder „Verkaufen“ – sondern, allen finanziellen Zielen zum Trotz, ums „Machen“.

#22 mit Todd Terry: Die House Legende

0:00 / 0:00 134,7 MB

Im 3×3 Podcast bittet Tobias Fischer spannende Produzenten zum Tiefen-Gespräch. Diese Folge dreht sich um die House-Legende Todd Terry. Im Mainstream wurde Terry vor allem mit seinen Remixen zum Star: “Missing” mit Everything But the Girl war sogar so gut, dass er in Deutschland, den USA und UK in der Top 3 landete. Dabei sind gerade seine eigenen Produktionen mitverantwortlich dafür, dass aus einer Nischenbewegung eine weltweites Phänomen entstand.

James Brown und Quincy Jones waren für den jungen Todd Terry die größten. Schon bald kamen Kraftwerk dazu – eine scheinbar krude Kombination, die aber zum Sprungbrett und zur lebenslangen Inspiration für eine große Karriere wurde. In der Schnittmenge aus diesen Einflüssen und maßgeblich inspiriert von der aufkeimenden Hip-Hop-Bewegung schuf der in Brooklyn geborene Musiker einen Sound, der dreckig war und roh, und der den Finger genau am Puls der Zeit hatte.

Anderen ging es um kommerziellen Erfolg, Terry aber wollte einfach nur Musik machen und in kreativer Hinsicht “der King” sein. In seinem Schlafzimmerstudio standen bereits die wenigen Geräte, mit denen er schon bald eine Revolution entfachte: Eine Drum Machine, ein paar Synths, ein Paar einfache Boxen und ein Mixer. Die Songs entstanden allesamt live im Augenblick, als Jams und Performances. “Rough” sollte es sein – und “rough” wurde es auch.

Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, denen langsam aber sicher die Ideen ausgehen, ist das Produzieren für Terry eine Sucht geblieben. Seine Produktivität ist geradezu obsessiv, die Liste der Tracks, die nach seiner Umstellung auf eine digitale Arbeitsumgebung entstanden sind, erstreckt sich ins Unendliche. Dabei bestand eine der Herausforderungen darin, die besagte “Roughness” auch am Laptop zu erzeugen.

Genau darum – und darüber wie sich Technologie und Kreativität in seinem Schaffen sich seit nunmehr fast 40 Jahren gegenseitig befruchten, geht es in diesem Gespräch.

Aktuelle Single: Todd Terry, Janika Tenn & Lee Wilson: “I Give You Love”

#21 mit Markus Reuter – Künstliche Intelligenz

0:00 / 0:00 104,7 MB

Im 3×3 Podcast bittet Tobias Fischer spannende Produzenten zum Tiefen-Gespräch. Diese Folge dreht sich um Markus Reuters faszinierende Arbeit im Bereich Künstlicher Intelligenz. Mit seinem Projekt Kid Arrow sprengt Reuter die Grenzen seiner eigenen Produktivität und kreativen Vorstellungskraft. Sein Ziel: Neue Welten aus Klang entwerfen, entdecken und erforschen.

30. So viele Alben hat Markus Reuter in knapp einem Jahr unter den beiden Projektnamen Kid Arrow und 4Gal aufgenommen. Hinzu kommen noch einige als Beacon of Hope. Jedes davon gehört mit zum besten, was im Elektronik-Bereich 2022/23 veröffentlicht wurde – und es hätten problemlos noch einige mehr sein können. Denn diese Musik, irgendwo zwischen Electronica und Ambient, entsteht im Zusammenspiel mit einer selbst entwickelten Kompositions-Software – ein Ansatz, der ihn schon sein gesamtes Musikerleben hindurch verfolgt.

Alle Stücke basieren auf einer einzigen, kurzen, recht einfachen MIDI-Komposition. Reuter passt für jedes Album einige der Parameter an – Tempo, Tonart und vor allem die Tonhöhe einzelner Noten. Danach schickt er das Stück durch seinen Prozess und erhält dabei Ergebnisse, die zugleich vertraut und doch jedes Mal wieder aufregend anders klingen. Auch das Artwork und sogar die Pressetexte werden mit Hilfe von KI erstellt.

Die Musik von Kid Arrow steht sehr genau an der Grenzlinie zwischen computerunterstützter Komposition und maschineller Kreativität. Damit erlaubt sie einen tieferen Blick auf die zentralen Fragen, um die sich die aktuelle Diskussion dreht: Was bedeutet Kreativität genau? Was ist der eigentliche Inhalt davon, Musik zu machen? Was macht unsere Menschlichkeit überhaupt aus? Und: Wie kann ich bei all dem meinen Spaß im Studio behalten?

Markus jedenfalls hat vor der Zukunft keine Angst – darüber und vieles mehr geht es unserem Gespräch.

#20 mit Thomas Lemmer – Chill in Dolby Atmos

0:00 / 0:00 170,2 MB

Im 3×3 Podcast bittet Tobias Fischer spannende Produzenten zum Tiefen-Gespräch. In dieser Folge erklärt Thomas Lemmer, warum er sich für sein aktuelles Album „Hope“ für einen Dolby Atmos Mix entschieden hat, welche Vorteile das Format bietet – und wie er im Studio seinen sofort erkennbaren Stil formt.

Viereinhalb Millionen Mal wurde Thomas Lemmers „Peaceful“ bis jetzt alleine auf Spotify gestreamt – zehn Mal so viel wie die aktuelle Single der Rolling Stones. Dabei ist das Stück nicht nur rein instrumental, sondern, titelgemäß, von einer tiefen Sehnsucht nach Ruhe geprägt. Chill-Out nannte man das früher – für Lemmer ist es schlicht und ergreifend die Musik, zu der er sich seit vielen Jahren ganz natürlich hingezogen fühlt.

Dabei kann er auch ganz anders. Davon zeugen seine experimentellen Ambient-Fusionen, Exkursionen in Richtung kosmischer Sequencer-Musik, warme House-Referenzen und seine klassischen Pop-Songs mit der langjährigen Vocal-Partnerin Valeska Rautenberg. „Hope“, sein Ende letzten Jahres auf Sine Music erschienenes Album bietet Beispiele für all diese Facetten und noch einige Überraschungen mehr – und ist damit das wohl vielseitigste und repräsentativste Werk Lemmers überhaupt. Für einige wird es zugleich sein bestes sein.

Entscheidend für diesen Gesamteindruck sind nicht nur die gewohnt starken Kompositionen, sondern diesmal vor allem auch die epische Klangwelt, in welche „Hope“ die Hörerin in seinen 73 Minuten entführt. Zusammen mit Eric Horstmann, dem wohl führenden Dolby-Atmos-Engineer Deutschlands, öffneten sich für die traumhaften Stücke höhere Dimensionen.

Davon durften wir uns im Berliner Genelec Experience Center höchstpersönlich überzeugen und mit Thomas und Eric über die Feinheiten der Produktion und des Atmos-Masterings austauschen – sowie über die Studiokniffe hinter viereinhalb Millionen Streams.

#19 mit Jean-Michel Jarre – Musik der Zukunft?

0:00 / 0:00 61,5 MB

Im 3×3 Podcast bittet Tobias Fischer spannende Produzenten zum Tiefen-Gespräch. Diese Folge dreht sich um Jean-Michel Jarres neues Werk „Oxymore“ und die ungeahnten Potentiale, die sich bei der Komposition im dreidimensionalen Raum ergeben.

Der Welt muss Jean-Michel Jarre nach 80 Millionen verkaufter Tonträger und rekordbrechenden Konzerten nichts mehr beweisen. Sich selbst aber sehr wohl. Sogar eingefleischte Fans, die seinen aktuellen Veröffentlichungen nur noch wenig abgewinnen können, werden zugeben: Auf seinen Lorbeeren hat sich der französische Elektronik-Großmeister nahezu nie ausgeruht. In dieser Hinsicht passt „Oxymore“ perfekt ins Bild.

Sein 21. Studioalbum mag sogar als eines der radikalsten seiner Karriere durchgehen. Nahezu ausschließlich aus flirrenden Sound-Effekten, monströsen Bässen, und mutierenden Schlagzeug-Patterns aufgebaut verweigert sich Jarre dem gängigen Bild von ihm als melodieseeligen Schöngeist. Diese Musik irritiert, polarisiert, und lässt einen ebenso entgeistert wie begeistert zurück.

Musik der Zukunft? In diesem Fall wohl eher: Eine Reise zurück in die Zeit. Denn „Oxymore“ ist Jarres Mentor Pierre Henry gewidmet, dessen frühe Sampling-Experimente den Kurs der modernen Musikgeschichte entscheidend beeinflusst haben. Hier lebt sein Geist fort – sowohl in der musikalischen Konzeption und Ästhetik als auch, ganz konkret, in den Klängen. So durfte sich Jarre aus einem noch vor Henrys Tod für ihn zusammengestellten Sample-Archiv frei bedienen.

Komponiert und abgemischt wurde das Werk dann in Dolby Atmos. Was sogar Jarre, nach einem halben Jahrhundert im Geschäft, vor einige Herausforderungen stellte. Das ist aber nur der Ausgangspunkt für ein tiefes Gespräch über Klang, Kunst und seine persönliche Geschichte.

#17 mit Röyksopp – Melancholie vs Euphorie

0:00 / 0:00 82,0 MB

Im 3×3 Podcast bittet Tobias Fischer spannende Produzenten zum Tiefen-Gespräch. Hier dreht sich alles um drei Produktionen – stets aus der Perspektive von Technologie und Kreativität. Diese Folge dreht sich ganz um das Gefühl von Nostalgie – und wie sich mir ihr aktuelle Dance-Pop-Tracks realisieren lassen.

Mit diesem Comeback hatte wohl keiner gerechnet. Vor acht Jahren verabschiedeten sich Röyksopp vom Albumtagesgeschäft, um sich auf sorgfältig ausgewählte Projekte wie eine Kafka-Aufführung oder Jingles für das norwegische Radio zu konzentrieren. Eine Hintertür aber hatte sich das Duo offengelassen: Ihr letztes Werk “The Inevitable End”, so betonen sie nun, sei schlicht ihr letztes “traditionelles” Album gewesen.

Und tatsächlich ist “Profound Mysteries” keineswegs mit der ersten Phase der Röyksopp-Saga zu vergleichen. Über drei eigenständige und dennoch verbundene Alben, bunt gemischte Kollaborationen, stilistische Bocksprünge und eine Flut von Tracks, deren Entstehung sich teilweise über mehrere Jahre erstreckte, legen Svein Berge und Torbjørn Brundtland einen klanglichen Blumenstrauss vor, der gleichermaßen rückwärts und nach vorne blickt. Für Fans ein Muss, für Freunde audophilen Sound-Designs ein Festmahl, entsteht hier ein eigenständiger Kosmos aus Nostalgie und Euphorie.

In unserem Gespräch erklären uns Röyksopp, warum Nostalgie für sie eine derart treibende Kraft ist, wie sie die komplexen Sounds von “Profound Mysteries” realisiert haben und warum weniger Samples in moderner Musik ein Verlust sind.

#15 Dirk Serries – Ambient-Visionen und visionäre Improvisation

0:00 / 0:00 134,9 MB

Im 3×3 Podcast bittet Tobias Fischer spannende Produzenten zum Tiefen-Gespräch. In drei Runden geht es um drei eigene und drei fremde Produktionen sowie drei einflussreiche Tools – stets aus der Perspektive von Technologie und Kreativität. Diese Folge dreht sich um die Schnittstelle zwischen Noise, Ambient und Electronica – und warum Gitarren die besseren Synthesizer sind.

Dirk Serries ist, neben Steve Roach, der wohl wichtigste Ambient-Künstler nach Brian Eno. Mitte der 80er entwickelte er sein Underground-Noise-Projekt VidnaObmana zu einer Musik, die von fast schon schmerzhafter Melancholie und Schönheit erfüllt war. Seine zwischen 1990 und -92 eingespielte erste “Trilogie” und “The River of Appearance” gelten heute vollkommen zurecht als Klassiker. Auf dem Höhepunkt seines Ansehens jedoch beendete der Antwerper Künstler das Projekt – und vollzog einen radikalen Kurswechsel.

Unter dem neuen Namen Fear Falls Burning entdeckte er die Gitarre und hypnotisch-minimalen Post-Rock für sich, tauchte später sogar in die Welt freier Improvisation ein. Daneben aber kehrte er immer wieder zu den atmosphärisch dichten Welten seiner Frühphase zurück.

In unserem Gespräch erklärt Dirk uns, wie er seine einzigartigen Arrangements aus akustischen Instrumente, Drum Machine Grooves und Synthesizern geschaffen hat. Wie man mit einem Loop-Pedal so arbeitet, dass jeder Durchlauf anders klingt. Und warum Brian Eno und Robert Fripps “No Pussyfooting” für ihn bis heute eine Bibel ist, die jeder gehört haben muss.

#14 A/FIN – Dark Disco und Vintage Sound

0:00 / 0:00 61,2 MB

Erste Berührungen Musik hatte Alexander Franz in den späten 80ern mit Italo Disco – sein Vater hatte sich 1989 einen ersten CD-Player von der Marke Schneider geholt und dazu per Zufall eine „ZYX Italo Disco Hits“-Compilation – die CD hörte Alex als Kind rauf und runter. Mit Rave kam er ca. 1993 in Kontakt, die ersten Gehversuche mit Tape & Drum-Computer gab es drei Jahre später im Kinderzimmer, inspiriert von Amiga 500 Game-Musik. Mit 21 hatte er dann sein Debüt als Techno-Liveact in Düren, wo Grooveboxes & Synths zum ersten Mal zum Einsatz kamen.

Danach produzierte Alex 15 Jahre lang Techno und legte den Sound von Labels wie MosFerry, Contuse, Rrygular und Tonboutique auf. Zwischendurch wagte er immer mal wieder den Versuch, in die Richtung Electro und House zu produzieren. Die ersten wirklich nennenswerten Ergebnisse, mit denen er auch heute immer noch zufrieden ist, kamen im Corona-Lockdown 2020 mit dem Projekt A/FIN zustande.

Der erste Release kam Ende 2020 heraus, die zweite EP „Superflight“ folgte auf Sonderling Records. Ende 2022 kamen erste Vinyl-Releases auf Sonderling, weitere Releases stehen schon in den Startlöchern. Aktuell hat Alex viel Freude mit A/FIN, weil er sich stilistisch entfalten kann. Von EBM, Dark Disco, Lo Fi House, Italo Disco und Acid lässt sich alles vermischen, was ihm gefällt.

Im Podcast sprechen wir über die Genre Richtung Dark Disco und was diese ausmacht, sein Equipment und die Verwendung von seiner Hardware im Produktionsprozess. Hört rein!

#13 Tom-E Project – Wie Beats interessant bleiben

0:00 / 0:00 38,5 MB

Die Karriere vom Tom-E Project von Thomas Corbeck begann 1999 in einer Großraum Diskothek in Dinslaken NRW als Resident DJ im Bereich Dance/Trance und House. Dort bekam er seinen DJ Namen Tom-E und war dort bis 2001 tätig. Schnell stellte sich heraus, dass es nicht nur beim Auflegen bleiben sollte. Er wollte mehr. Also entschloss er mit seinem damaligen DJ-Partner etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und sie gründeten das Projekt „Unique Beatz“. Das eigene Musikstudio wurde recht zügig in Voerde aufgebaut und wurden die ersten Erfahrungen mit DAW und Equipment gesammelt.

Nach einer etwas längeren Pause beiderseits hatte Tom-E sich dann ebenfalls entschlossen, wieder mit dem Produzieren weiter zu machen, diesmal aber solo. So wurde 2018 das Tom-E Project geboren und konnte mit einem Remix für Andestro „Falling Star“ 2019 den ersten Release verzeichnen. Im Mai 2019 erschien die erste eigene Single „Reflections of the Moon“, kurz darauf folgten die Singles „Shine“, „Walk Alone“, „Blaze“, „Somebody I Could Be“ und „Somewhere“. Bis heute kamen auch einige Remixe für z.b. Attic People, Andestro, Copamore, BuzzGo, Base Experience, Charles & Carmichael und Noiizless dazu.

In 2021 entschloss er mit seinem damaligen Partner das alte Projekt „Unique Beatz“ von 2001 wieder zurück ins Leben zu rufen und so veröffentlichten sie im Dezember die Single „Supposed 2 Do“.

In Folge #13 sprechen wir mit Tom-E über Kreativität beim Producing, welche Rolle noch das Radio für Künstler spielt, warum Spire das Tool seiner Wahl ist und was ihn motiviert, Musik zu machen. Hör rein!

#12 Attic People – Vocals, Neunziger und gute Mixe

0:00 / 0:00 47,5 MB

Attic People ist ein Projekt des Mainzer Produzenten Severin Faust, der seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Dance-Szene ist. Alles begann in den frühen 90ern mit Breakbeats und House auf eigenem Vinyl-Label und wuchs dann schnell durch diverse Remixes und Kompositionen für so unterschiedliche Acts wie Army of Lovers, Andreas Dorau, B.G. The Prince of Rap, Markus und viele weitere Künstler.

Im Jahr 2000 kam der kommerzielle Durchbruch mit „Maschinenmensch“ und dem Titel „Domo Origato“, bei dem Severin maßgeblich beteiligt war. Nicht zuletzt aufgrund der späteren massiven Umbrüche in der Musikindustrie konzentrierte sich Severin anschließend vermehrt auf Progressive House. Er produzierte hier unter seinem Pseudonym Gary Blesko drei Longplayer, sowie diverse Jingles für Unternehmen.

Seit 2019 gibt es das neue Projekt Attic People, das mit eingängigen Hooklines und groovigen Beats die musikalische Reise in Richtung Disco Pop und Vocal House fortsetzt. Und das überaus erfolgreich: Die Attic People Tracks und Remixes sind regelmäßig in den diversen deutschen Dance Charts vertreten.

Im Podcast sprechen wir mit Severin über die 90er Jahre, den Start der elektronischen Musikszene, was Frequenzen in Vocals ausmachen, worauf es beim Mixing ankommt und warum die Dynamik in einem Track so wichtig ist. Und natürlich sprechen wir über sein Equipment. Reinhören!